Aufruf der Plattform gegen Rechts zum Gedenken am 27.01.2010

Liebe Bürgerinnen und Bürger der Stadt Fürstenwalde,

 

die Fürstenwalder Plattform gegen Rechts hat nachstehenden Aufruf anlässlich des Gedenktages der Opfer des Nationalsozialismus beraten und verabschiedet.

Darin rufen wir Sie auf, an der Gedenkveranstaltung der Stadtverordnetenversammlung teilzunehmen.

Wir empfehlen ebenfalls den Besuch des Union-Kinos am selben Tag um 20 Uhr um den Film „Der letzte Zug“ zu sehen.

 

AUFRUF

Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrationslager Auschwitz befreit.

Auschwitz steht symbolhaft für millionenfachen Mord - vor allem an Juden, aber auch an Roma und Sinti, Homosexuellen, politisch Andersdenkenden und Christen.

Es steht für Brutalität und Unmenschlichkeit, für Verfolgung und Unterdrückung, für die in perverser Perfektion organisierte "Vernichtung" von Menschen.

Die Bilder der Leichenberge ermordeter Kinder, Frauen und Männer, von ausgemergelten Körpern sind so eindringlich, dass sie sich nicht nur den Überlebenden und den Befreiern unauslöschlich eingeprägt haben, sondern auch denjenigen, die heute deren Schilderungen nachlesen oder Bilddokumente betrachten.

Wir gedenken am 27. Januar 2010, dem 65. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz, der Opfer und ihrer unmenschlichen Leiden. Wir wollen diese Erinnerung lebendig halten.

Gerade heute kann rasch das Vergessen eintreten; denn Zeitzeugen sterben, und immer weniger Opfer können das Grauen des Erlittenen persönlich weitertragen.

Geschichte verblasst schnell, wenn sie nicht Teil des eigenen Erlebens war.

Wir wollen nicht unser Entsetzen konservieren. Wir wollen Lehren ziehen, die auch künftigen Generationen Orientierung sind.

Der 27. Januar ist für uns vor allem ein Tag der Erinnerung an das, was Menschen erleiden mussten. Er ist zugleich ein Tag des Nachdenkens über den Gang unserer Geschichte. Je ehrlicher wir ihn begehen, desto freier sind wir, uns seinen Folgen verantwortlich zu stellen.

„Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus“ - diesem Schwur der überlebenden Häftlinge des KZ Buchenwald fühlen wir uns verpflichtet. Fürstenwalde ist eine Stadt, die keinen Platz hat, für Intoleranz, Rassismus und Menschenfeindlichkeit!

Wir bitten die Fürstenwalderinnen und Fürstenwalder, am 27. Januar 2010, um 16 Uhr, am Gedenken für die Opfer des Nationalsozialismus auf dem Ottomar – Geschke – Platz teilzunehmen.