Ein Brief nach Choszczno

Text zur Aktion der Plattform gegen Rechts "Ein Brief nach Choszczno"

Am 1. September jährte sich zum 70ten Mal der Überfall von Hitlerdeutschland auf Polen und somit der Beginn des verbrecherischen 2. Weltkrieges. Anlass für die Plattform gegen Rechts in Fürstenwalde auf dem Fürstenwalder Marktplatz daran zu erinnern und mit vielen Fürstenwalderinnen und Fürstenwalder einen „Brief nach Choszczno“ zu schreiben.

Kaum war die Tapetenrolle ausgebreitet, die zum Brief werden sollte,  begannen die Gespräche am Stand, wurden die ersten Gedanken notiert, gelesen, was andere geschrieben haben.

Ein Brief an die polnischen Nachbarn.
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Medienarchiv oder direkt in der Galerie "Brief nach Choszczno - 2009"

„Toll!“ freut sich Annette Leschinski, von der Plattform. „Genauso haben wir uns das erhofft.  Dieser Tag darf nicht einfach wie jeder Tag vergehen. Wir müssen innehalte, nachdenken und reflektieren. Und das machen hier gerade die Leute im Dialog mit sich und unseren Freunden im polnischen Choszczno.“ Besonders freute sich die Lehrerin darüber, dass die Aktion auch von jungen Menschen aufgenommen wurde. „Zum Beispiel waren Schülerinnen und Schüler der Rahnschule hier vor Ort und schrieben die Gedanken auf, die sie am Vormittag im Unterricht entwickelt haben.“

Auch die Politik beteiligte sich an der Aktion. So war auch Bürgermeister Reim mit bei den Briefescheibern. Auch Sabine Niels, die bündnisgrüne Direktkandidatin für den Landtag, wünschte sich und den polnischen Freunden „vor allem eins: Frieden für immer!“

Thomas Nord, Direktkandidat der LINKEN für den Bundestag, zeigte sich betroffen von der Forderung der Vertriebenenchefin, Erika Steinbach, dass der 70. Jahrestag durch die Polen genutzt werden soll, sich bei den Deutschen für die Vertreibung nach Kriegsende zu entschuldigen. „Das ist einfach nur falsch!“ so Nord. „Wer nicht versteht, dass auch die Vertreibung ihren Anfang mit diesem 1. September 1939 nahm, kann nicht frei für Begegnung und Verständigung arbeiten. Doch genau darum muss es gehen.“

Mit Interesse las er auch den Brief, den der Stadtverordnete Lothar Hoffrichter, vom Haus Brandenburg mitbrachte. „Uns geht es um Erinnern und Versöhnen“ heißt es hier.

Ein gutes Motto für den 70. Jahrestag, freut sich Annette Leschinski und schon ist sie wieder im Gespräch.

Eine gelungene Aktion!

Stephan Wende
für die Plattform gegen Rechts